Den Übergang von der Kindertagesstätte in die Schule gestalten - das „Brückenjahr“

Ausgehend von dem Modellprojekt Brückenjahr, an dem sich die Grundschule Eversburg zusammen mit den beiden Kindertagesstätten Liebfrauen und St. Michaelis im Jahr 2007-2009 beteiligten, hat sich eine fruchtbare Zusammenarbeit dieser drei Einrichtungen entwickelt.

Die meisten Schulkinder der Grundschule besuchen zuvor eine der beiden genannten KiTas, sodass eine gezielte Vorbereitung auf den Eversburger Schulalltag schon frühzeitig beginnen kann, besonders im letzten Kindergartenjahr, dem Brückenjahr.

Die Kinder haben die Chance, einen wichtigen Übergang vom Kindergarten in die Schule weitgehend angstfrei zu bewältigen, denn es ist nachvollziehbar, dass ein guter Start sich positiv auf die gesamte Schullaufbahn auswirkt. Durch die Einbeziehung der Eltern in einer Erziehungspartnerschaft, können die Kinder gefördert und beobachtet werden, eventuelle Defizite behoben oder zusätzliche Hilfen eingeleitet werden.

Elternarbeit im Brückenjahr

  • Elternabend der Kindertagesstätten zusammen mit der Sprachförderlehrerin (Vorläuferfähigkeiten für einen guten Schulstart, Schulalltag, Lernvorbereitung in der Kindertagesstätte und zu Hause)
  • Elternheft „Ist mein Kind fit für die Schule?“ (von Erzieherinnen und Lehrerinnen entwickelt)
  • Gemeinsame Elternsprechtage mit Erzieherinnen und der Sprachförderlehrerin
  • Gemeinsame Feste (Möglichkeit zu Gesprächen und gegenseitigem zwanglosen Kennen lernen)
  • Elternbrief der Schule mit der Einladung zur Einschulungsfeier, der Materialliste für das 1. Schuljahr, Entscheidungsmöglichkeit zur Teilnahme am christlichen oder islamischen Religionsunterricht, Informationen zur Betreuung, Informationen vom Förderkreis und zur Schulbuchausleihe
  • Vorbereitender Elternabend in der Schule mit den zukünftigen LehrerInnen der Schulanfänger direkt vor der Einschulung

Arbeit mit den Kindern

  • Gezielte individuelle Förderung mit dem Ziel der optimalen Vorbereitung auf die Schule in der Spielgruppe, in der Sprachförderung, in Projekten und Lernwerkstätten in den Bereichen „Motorik“, „Wahrnehmung“, „Sprache“, „Zahlen- und Mengenverständnis“, und im sozial- emotionalen Bereich. Dabei gilt es, das Kind dort abzuholen, wo es gerade steht.
  • Gemeinsame Aktionen mit den Schulkindern der 3. Klassen, welche die Patenschaft der zukünftigen Erstklässler übernehmen werden: gemeinsames Stationenlernen, z.B. zum Thema „Elektrizität“, „Wetter“ oder „Tiere im Winter“, „Vorlesestündchen“ in der Kindertagesstätte oder in der Schule, gemeinsame Naturerlebnisse (z..B: Blumen sähen und auspflanzen, ein Insektenhotel bauen oder einen Fußfühlweg anlegen), gemeinsam Theaterspielen, gemeinsame Besuche im Seniorenzentrum.
  • Eine Schnupperstunde in der Schule und die Führung durch die Schulräume und über das Schulgelände.
  • Einen Besuch der ehemaligen Erzieherinnen in der Schule.
  • Einen Besuch der zukünftigen KlassenlehrerInnen in der Kindertagesstätte.
  • Gegenseitige Besuche der Kinder aus beiden Kindertagesstätten.

Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt

  • Beobachtungsbogen zum differenzierten Schuleingangsverfahren (wird von den Erzieherinnen teilweise in  Absprache mit der Sprachförderlehrerin ausgefüllt und ausgewertet und dient als Grundlage für die „Klärungsgespräche“.)
  • Klärungsgespräche über einzelne Kinder (daran nehmen die Erzieherinnen, die Sprachförderlehrerin und die Schulärztin mit ihrer Sekretärin teil. Durch eventuell vorgezogene Untersuchungen können nötige Förderungen frühzeitig eingeleitet werden.)
  • Schulärztliche Untersuchung in den Kindertagesstätten (Vorsorgeheft mitbringen)
  • Absprache der Schulärztin mit der Grundschule, um eventuell eine Überprüfung auf sonderpädagogischen Förderbedarf oder im Einzelfall eine Zurückstellung in den Schulkindergarten anzuraten. (Das Einverständnis der Eltern ist dabei unerlässlich.)
  • Informationsaustausch über das einzelne Vorschulkind, um eine sinnvolle Klasseneinteilung zu gewährleisten. (Daran nehmen die Erzieherinnen, die Schulleitung und die Sprachförderlehrkraft teil.)

Im Laufe der vier Jahre hat sich eine positive Entwicklung heraus kristallisiert. Die Kinder, die regelmäßig am KiTa-Alltag und den gemeinsamen Aktionen teilgenommen haben, sind gut auf den Schulalltag, auf das Lesen –, Schreiben – und Rechnen lernen vorbereitet und meistern das erste Schuljahr in der Regel ohne Probleme. Vor allen Dingen freuen sie sich auf die Schule. Ebenso sehen die gut informierten Eltern dem Schulanfang gelassener entgegen. Auch das Interesse und die gegenseitige Anerkennung der Einrichtungen sind gestiegen. Lehrer kommen in die Kindertagesstätten und Erzieherinnen in die Schule. Sie arbeiten teilweise zusammen und besuchen gemeinsame Fortbildungen. Dies war die Grundlage, ein gemeinsames Leitziel der Kindertagesstätte Liebfrauen, der Kindertagesstätte St. Michaelis und der Grundschule Eversburg zu formulieren (s. Anlage im Schulprogramm).